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Ressource 2: Kommunikationssysteme - KRÄFTE BÜNDELN
Führungskräfte sorgen für gutes Zusammenspiel

- Auf das Zusammenspiel kommt es an
Eine Gallup-Umfrage 2002 in über 2.000 Industriebetrieben Deutschlands ermittelte, dass sich über 84% aller Mitarbeiter als demotiviert einschätzen. Der geschätzte Schaden für die Industrie wird auf über 220Mrd.€ beziffert.
Die Rheinische Post schreibt 2008: "Deutsche vergeuden zwei Arbeitstage pro Woche" - laut einer Studie der Unternehmensberatung Proudfoot Consulting liegt die Produktivität mit 60% unter dem weltweiten Durchschnitt. Hauptgründe dafür seien schlechte Führung und mangelnde Kommunikation in den Unternehmen, hieß es.
Ein Betrieb kann nur so gut sein, wie das Zusammenspiel aller Akteure und Mitarbeiter funktioniert.
Der Begriff Industrie beinhaltet nicht nur Gebäude, Maschinen und Kapital sondern vor allem Menschen und damit Beziehungen. Viele Führungsinstrumente basieren auf dem mechanistischen Menschenbild des 19.Jhdts., das in der heutigen Zeit nicht mehr greift, denn das System "Mensch" funktioniert nicht wie eine Maschine.
Ein Betrieb ist ein komplexes System aus Kontakten, Meinungen, Neigungen, Gesetzen und ungeschriebenen Regeln - Führungskräfte stehen oftmals vor der Herausforderung, den Vorgaben des Vorstands oder der Aktionäre folge zu leisten und auf der anderen Leiste die Ressourcen des Unternehmens so geschickt einzusetzen, dass die Ziele erreicht werden.
Doch Führungskraft werden nicht geboren und auch nicht in der Schule gezeugt.
"Gute Beziehungen und dies schließt die Kommunikation mit ein, sind der Rohstoff erfolgreicher Unternehmungen", konstatiert Dipl.-Ing. Gerhard Hoffmann.
Wir setzen in dieser Ressource das "IC hoch 3 ®"-Kommunikations-Konzept ein, das den ganzen Menschen anspricht, viel tiefer aufsetzt und so Charisma, Motivation und Energie fördert.
Jeder Mensch bringt sein Reisegepäck aus der Vergangenheit mit sich mit.
Beispiel:
Nehmen wir Herrn Peniebel, er wuchs in einer Beamtenfamilie als Einzelkind auf. Sein Vater legte größten Wert auf äußerliche Sauberkeit, Pünktlichkeit und Korrektheit. Hr. Peniebel war auch in der Schule immer erfolgreich und leitet heute die Versandabteilung eines großen Anlagenbauers.
Einer seiner Mitarbeiter ist Herr Passtschon. Herr Passtschon wuchs als 4. Kind mit 7 Geschwistern in einer Arbeiterfamilie auf, wo es nur wenig Regeln gab, da beide Elternteile berufstätig waren. Es gab keine festen Zeiten, kein gemeinsames Essen, die Eltern, fanden keine Zeit sich um seine Schulbildung zu kümmern. Hier galt familien intern bereits der Wert Pünktlichkeit, wenn man überhaupt erschien. Als Korrekt wurde jemand bezeichnet, der den anderen nichts wegnahm.
Und nun treffen diese beiden Persönlichkeiten im Lager aufeinander, bzw. sollen sogar noch wirkungsvoll miteinander arbeiten.
Wenn Hr. Peniebell einen korrekten Lieferausgang fordert, so ist für Herrn Passtschon die Sache bereits korrekt, wenn sie überhaupt ausgeliefert wird. Wenn Herr Passtschon den Wareneingang kontrolliert, dann lässt er gerne die Fünf gerade sein und empfindet dies als "völlig OK". Während Herr Peniebel gerne die Lagerlisten korrekt mit 3 Stellen hinter dem Komma ausfüllt, fühlt sich Herr Passtschon durch diese Aufgabe kontrolliert, eingeengt, ja sogar bedroht.
Jeder denkt vom anderen, er verhalte sich absichtlich so, um dem anderen zu schaden. Die Verschiedenheiten werden persönlich als Angriff aufgefasst, so dass man sich zu wehren glaubt.
Die Spannungen und Konflikte zwischen den beiden sind quasi vorprogrammiert.
Kommunikations-Tipp:
Socrates: 3 Kriterien für das Weitererzählen von Geschichten:
- Ist die Geschichte wirklich wahr, hat es sich wirklich so abgespielt? (Subjektivität!) (Juristische Absicherung durch die Formulierung: „ Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ...)
- Hilft diese Geschichte dem anderen?
- Verfolgt der Erzähler mit der Geschichte keine Nebenabsichten? (Schadenfreude, Geltungssucht...)

